Flaesheim

Lage und Geschichte

Die früher zum Amt Datteln gehörende Gemeinde Flaesheim ist seit der kommunalen Neuordnung im Jahre 1975 ein Ortsteil der Stadt Haltem. Bis zum Jahre 1823 war Flaesheim Grenzort zwischen dem Erzbistum Köln, auf dessen Territorium es gelegen war, und dem Bistum Münster. Die Lippe bildete bis dahin die Bistumsgrenze. Durch die von Papst Pius Vll. im Jahre 1821 vorgenommene Umschreibung der Bistumsgrenzen kam das Vest Recklinghausen und damit auch Flaesheim an das Bistum Münster.
Schon sehr früh ist auf Flaesheimer Gebiet eine Besiedlung nachweisbar. Bei der Aussandung auf der südlich von Flaesheim gelegenen Trassenkante der Lippe in Flaesheim-Westleven traten 1960 bemerkenswerte Funde sowie Zeugnisse verschiedener Besiedlungsphasen der jüngeren Steinzeit zutage. Weitere Grabungen deckten eine spätmerowingisch-karolingische Siedlung auf, die aus ca. 30 Gebäuden, einem Brunnen, einer Eisenschmelze und einer Schmiede bestand.

lm Jahre 1166 stiftete Graf Otto von Ravensberg mit Zustimmung seiner Gemahlin Uda auf seinem der Kölner Kirche geschenkten Gut Flaesheim ein Prämonstratenserinnenkloster, dessen geistliche Aufsicht dem Abt des Prämonstratenserklosters Knechtsteden übertragen wurde. Durch venıvandtschaftliche Beziehungen der Herren von Ravensberg mit dem Geschlecht derer von Dale bedingt, diente die damalige Kirche in Flaesheim bereits vor der Klostergründung als Erbbegräbnisstätte der Herren von Dale, deren Stammsitz unweit von Bork an der Lippe gelegen war.

1188 wird im Güterverzeichnis des Grafen Heinrich von Dale Flaesheim erstmals als Pfarre, als „parochia Flarshem“, genannt. Trotz dieser Erwähnung unterstand die Flaesheimer
Kirche bis ins 16. Jahrhundert kirchenrechtlich der Mutterpfarre St. Peter in Recklinghausen. Die seelsorgerische Tätigkeit übte jedoch der Prior aus Knechtsteden aus. Patronin des Klosters sowie der Kirche war von Anfang an die hl. Maria-Magdalena, die bereits Patronin der Kapelle des Stammgutes Ravensberg gewesen war. Auch die beim Kloster Knechtsteden gelegene Kapelle war der hl. Maria-Magdalena geweiht. Durch zahlreiche Schenkungen und Mitgiften gelangte das Kloster schnell zu großem Reichtum und ausgedehnten Besitzungen. Die größte Blüte erlebte das Kloster wohl während des 14. und 15. Jahrhunderts. Der Konvent bestand teilweise aus 14 - 18 Schwestem, die als äußeres Zeichen ihrer Ordenszugehörigkeit ein weißes Habit trugen. Die lnsassinnen des Klosters entstammten größtenteils dem benachbarten Adel.

Die weltlichen und religiösen Unruhen, die schließlich in der Reformation ihren Niederschlag fanden, gingen auch am Kloster Flaesheim nicht spurlos vorüber. Wie auf weltlichem Gebiet, so versuchten auch auf kirchlicher Seite viele Institutionen ihre Unabhängigkeit von der Kirche zu erzwingen. Um 1555 scheinen die Beziehungen zum Mutterkloster Knechtsteden abgerissen zu sein; die Nonnen erkannten den Abt nicht mehr als ihren Oberen an. 1558 wurden vom Kölner Erzbischof für Flaesheim neue Statuten genehmigt: Aus dem  Prämonstratenserinnenkloster, in dem seit 400 Jahren monastisches Leben gepflegt worden war, war ein freiweltliches Stift für adelige Damen geworden, das auch vom Papst seine Anerkennung erfahren hatte. Während des 17. und 18. Jahrhunderts diente Flaesheim, wie auch viele andere ehemalige Frauenklöster des Münsterlandes, als Versorgungsinstitut für nicht verheiratete Damen des umliegenden Adels. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts machten sich beim Flaesheimer Damenstift Verfallserscheinungen bemerkbar. Der gesamte Klosterbesitz ging 1803 in die Hände des Herzogs von Arenberg als Entschädigung für seine durch den Vertrag von Luneville an Frankreich verlorengegangenen linksrheinischen Besitzungen über. 1808 wurde das Stift endgültig aufgelöst.


Bewegte Jahre zwischen 1166 und 1808

Am 1. August 1166 beginnt die Geschichte des Flaesheimer Klosters. Mehrere Dokumente beurkunden, daß die Familie des Grafen Otto von Ravensberg das Gut, das sie in Flaesheim besaßen, der Kölner Kirche schenkten. Es sollen sich Schwestem dort niederlassen. 1166 wird Flaesheim Pfarrei, erhält einen Taufstein und einen Friedhof, untersteht aber der Mutterkirche St. Peter in Recklinghausen. Aus den Gründerjahren stammt der romanische Turm, dessen Grundmauem erhalten sind. Aus dem Prämonstratenserinnenkloster entwickelt sich im Laufe weniger Jahrhunderte ein freiweltliches Damenstift. 1671 erhält es nach langem Rechtsstreit seine Unabhängigkeit vom Mutterkloster Knechtsteden. Während dieser Verhandlungen ist Anna Maria von Ketteler zu Sythen Äbtissin. Unter ihr und vermutlich unter ihrer Nachfolgerin, Anna Maria
von Nagel, erhält die Stiftskirche ihre barocke Ausstattung, die zum Teil erhalten ist wie der Hochaltar (gestiftet von Familie von Ketteler zu Sythen) sowie ein Meßgewand, das in der Sakristei aufbewahrt wird.

1790 brennt das Stiftsgebäude nieder. Pläne und Vorbereitungen zum Wiederaufbau werden getroffen, aber nicht durchgeführt. Unterdessen finden die Stiftsdamen eine Bleibe im alten Forsthaus. lm Zuge der Säkularisation, der Venıveltlichung geistlicher Fürstentümer, übemimmt Herzog von Arenberg 1802/03 die Landesherrschaft im Vest  Recklinghausen, beschlagnahmt das Stift, hebt es 1808 auf.

 

Von Ratsherr Paul Jansen †

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